Was ist Slugging und für wen eignet es sich?

In der Welt der Hautpflege kommen und gehen Trends fast im Monatsrhythmus. Nur wenige haben jedoch so viel Aufmerksamkeit erhalten wie das sogenannte Slugging. Diese einfache Methode der Hautpflege hat sich innerhalb weniger Jahre zu einem Social-Media-Hit entwickelt und wird inzwischen auch von zahlreichen Skincare-Expertinnen und -Experten empfohlen.

Auf den ersten Blick wirkt die Technik gar nicht besonders spektakulär. Beim Slugging wird als letzter Schritt der Abendroutine eine Schicht eines okklusiven Produkts – meist Vaseline oder ein ähnlicher Pflegebalsam – aufgetragen. Dadurch soll die Feuchtigkeit in der Haut eingeschlossen werden.

Für manche ist Slugging ein echter Geheimtipp bei trockener und feuchtigkeitsarmer Haut. Andere können sich kaum vorstellen, Vaseline auf das Gesicht aufzutragen. Doch was stimmt wirklich?

Woher kommt Slugging?

Auch wenn Slugging erst durch TikTok und andere soziale Netzwerke bekannt wurde, ist die Methode keineswegs neu.

Dermatologinnen und Dermatologen sowie Menschen mit trockener oder empfindlicher Haut nutzen dieses Prinzip bereits seit vielen Jahrzehnten. Die sozialen Medien haben ihm lediglich einen Namen gegeben und es einem größeren Publikum vorgestellt.

Der Begriff „Slugging“ entstand durch den glänzenden Look der Haut nach dem Auftragen. Die Haut erinnert dabei an die Schleimspur einer Nacktschnecke (slug).

Wie funktioniert Slugging?

Ein häufiger Irrtum besteht darin, anzunehmen, dass Vaseline oder ähnliche Produkte die Haut mit Feuchtigkeit versorgen.

Tatsächlich spenden die meisten okklusiven Produkte selbst keine Feuchtigkeit.

Ihre Aufgabe besteht darin, eine schützende Schicht auf der Hautoberfläche zu bilden, die den Feuchtigkeitsverlust während der Nacht reduziert. Slugging sorgt also nicht dafür, dass zusätzliche Feuchtigkeit in die Haut gelangt, sondern hilft dabei, die vorhandene Feuchtigkeit zu bewahren.

Aus diesem Grund wird es immer als letzter Schritt der abendlichen Hautpflege angewendet – nach Seren, Feuchtigkeitscremes oder anderen hydratisierenden Produkten.

Warum ist Slugging so beliebt?

Der Grund ist einfach.

Viele Menschen kämpfen vor allem im Winter mit trockener, spannender oder feuchtigkeitsarmer Haut. Ist die Hautbarriere geschwächt, verliert die Haut schneller Feuchtigkeit und wirkt empfindlicher oder gestresst.

Hier kann eine okklusive Schutzschicht hilfreich sein.

Viele Anwender berichten, dass sich ihre Haut am nächsten Morgen weicher, geschmeidiger und weniger trocken anfühlt. Deshalb erfreut sich Slugging besonders bei Menschen mit trockener oder empfindlicher Haut großer Beliebtheit.

Ist Slugging für jeden geeignet?

An dieser Stelle ist etwas Vorsicht geboten.

Auch wenn soziale Medien Slugging häufig als Lösung für alle Hautprobleme darstellen, eignet sich die Methode nicht für jeden Hauttyp gleichermaßen.

Besonders häufig wird sie empfohlen bei:

  • trockener Haut,
  • feuchtigkeitsarmer Haut,
  • empfindlicher Haut,
  • einer geschädigten oder geschwächten Hautbarriere.

Menschen mit sehr fettiger oder stark zu Akne neigender Haut bevorzugen dagegen oft leichtere Formen der Feuchtigkeitspflege.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Slugging für fettige Haut grundsätzlich ungeeignet ist. Jede Haut reagiert individuell.

Wann kann Slugging sinnvoll sein?

Besonders häufig wird Slugging im Zusammenhang mit der Regeneration der Hautbarriere erwähnt.

Ist die Haut gereizt, ausgetrocknet oder äußeren Belastungen ausgesetzt – etwa im Winter oder nach intensiven Peelings –, kann eine zusätzliche Schutzschicht helfen, den Feuchtigkeitsverlust zu reduzieren.

Deshalb wird Slugging häufig bei empfindlicher Haut oder einer gestörten Hautbarriere empfohlen.

Es muss allerdings nicht täglich angewendet werden. Viele nutzen es nur bei Bedarf.

Ist Vaseline schlecht für die Haut?

Um Vaseline halten sich viele Mythen.

Oft wird behauptet, sie verstopfe die Poren oder lasse die Haut nicht atmen. Tatsächlich zählt Vaseline zu den am besten untersuchten und am längsten verwendeten Inhaltsstoffen in der Hautpflege.

Dennoch gilt: Jede Haut reagiert unterschiedlich.

Wer zu verstopften Poren neigt oder schwere Pflegeprodukte generell schlecht verträgt, sollte ausprobieren, ob Slugging zur eigenen Haut passt.

Wie integriert man Slugging in die Pflegeroutine?

Gerade die unkomplizierte Anwendung macht den Trend so beliebt.

Slugging ist keine eigenständige Routine, sondern lediglich der abschließende Schritt der Abendpflege.

Nach der Reinigung werden zunächst die gewohnten Feuchtigkeitspflegeprodukte verwendet. Erst danach wird eine dünne Schicht eines okklusiven Produkts aufgetragen.

Ziel ist nicht, eine dicke Schicht aufzutragen, sondern die Haut dabei zu unterstützen, ihre Feuchtigkeit über Nacht besser zu bewahren.

Braucht man Slugging, wenn man bereits eine gute Feuchtigkeitscreme verwendet?

Nicht unbedingt.

Das sollte ausdrücklich betont werden.

Slugging ist weder Pflicht noch Voraussetzung für gesunde Haut. Viele Menschen erzielen ausgezeichnete Ergebnisse allein mit einer gut abgestimmten Feuchtigkeitspflege.

Deshalb sollte Slugging eher als ergänzende Methode verstanden werden und nicht als universelle Lösung.

Manche möchten darauf nicht mehr verzichten, andere bemerken keinerlei Unterschied.

Beides ist vollkommen normal.

Warum wird Slugging oft mit koreanischer Hautpflege in Verbindung gebracht?

Obwohl Slugging ursprünglich nicht aus Korea stammt, passt die Methode hervorragend zur Philosophie der koreanischen Hautpflege.

Dort stehen intensive Feuchtigkeitsversorgung, der Schutz der Hautbarriere und die Vorbeugung von Hautproblemen im Mittelpunkt – statt aggressiver Behandlungen.

Deshalb hat Slugging besonders unter Fans koreanischer Skincare so viele Anhänger gefunden.

Fazit

Slugging ist eine einfache Technik, die dabei helfen kann, die Feuchtigkeit der Haut über Nacht besser zu bewahren. Es handelt sich weder um ein Wundermittel noch um einen unverzichtbaren Bestandteil jeder Hautpflegeroutine. Für bestimmte Hauttypen kann es jedoch eine sinnvolle Ergänzung sein.

Besonders Menschen mit trockener, feuchtigkeitsarmer oder empfindlicher Haut profitieren häufig davon. Dennoch gibt es keine universelle Lösung, die für alle gleichermaßen geeignet ist.

Wie bei den meisten Hautpflegetrends gilt auch hier: Hören Sie auf die Bedürfnisse Ihrer Haut und verwenden Sie nur das, was ihr wirklich guttut.